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Die Darmflora - unser Mikrobiom

Das wundervolle Leben in unserem Bauch

Im menschlichen Körper leben mehrere Billiarden Mikroorganismen. Sie machen 1,5 kg unseres Körpergewichtes aus. In jedem Menschen leben etwa 160 verschiedene Bakterien-Arten. Diese Mikroflora wird seit einigen Jahren intensiv beforscht, u.a. mit Unterstützung des amerikanischen Gesundheitsinstitutes. Seit 2008 gibt es das “Human Microbiome Project”, das die Zusammensetzung der in uns lebenden Bakterien untersucht.

Das Mikrobiom, die Gesamtheit der Mikroorganismen des Menschen, wird auch als “eigenständiges Organ” bezeichnet. Im Darm leben besonders viele Bakterien, die sogenannte Darmflora. Sie spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, bei Immunreaktionen, nach Antibiotika-Behandlungen und für unser seelisches Befinden. Die Bedeutung der Darmbakterien wird neuerdings immer weiter wertgeschätzt. Im Zeitraum von 1995 bis 2015 hat sich die jährliche Zahl der wissenschaftlichen Studien zur Darmflora mehr als vertausendfacht! Inzwischen gibt es Daten, dass das Mikrobiom mit Allergien, Neurodermitis, rheumatischen Erkrankungen, Hashimoto, Hirnerkrankungen usw. in Zusammenhang stehen kann – aber natürlich vor allem mit dem Reizdarm-Syndrom und mit Nahrungsmittelintoleranzen.

So gibt es bestimmte Darmbakterien, z.B. E.coli und Enterococcus, die unsere Immunzellen trainieren, oder Lakto- und Bifidobakterien, die einen Schutzfilm über unserer Darmschleimhaut bilden. Andere Darmbakterien (z.B. Butyratbildner oder Akkermansia) pflegen die Darmschleimhaut und sorgen für eine ausreichende Schleimhautbarriere (Schutz vor “Leaky Gut”).

Andere Darmbakterien werden dagegen nur in gewissen Mengen toleriert. Wenn sie sich stark vermehren, z.B. aufgrund von ungünstiger Ernährung, Stress, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Antibiotika-Behandlungen, bilden sie oft Fäulnisstoffe und -gase. Diese können Durchfälle, Bauchschmerzen und übelriechende Winde (Flatulenz) auslösen. Auch Pilze (z.B. Candida) können sich im Darm vermehren, wenn die gute Schutzflora dezimiert ist.

Störungen der Darmflora können vor allem folgende Krankheiten auslösen oder verschlimmern:

Wie kann die Darmflora untersucht werden?

Zur Untersuchung der Darmflora ist eine Stuhlprobe erforderlich, aus der eine Darmfloraanalyse in einem Speziallabor erfolgen kann.
Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  • die “traditionelle” mikrobiologische Stuhlanalyse, bei der die Darmbakterien aus der Stuhlprobe angezüchtet werden, und
  • die moderne metagenetische Darmfloraanalyse, bei der die 16S-RNA sequenziert wird – also eine genetische Untersuchung der Darmbakterien, die viel umfangreicher und genauer ist.

Mit der Darmfloraanalyse können zudem Verdaungs-, Immun- und Entzündungsmarker bestimmt werden.

Das Mikrobiom schützt die Darmschleimhaut und trainiert das Immunsystem.

Wie wird die Darmflora behandelt?

Wird in der Darmfloraanalyse ein Ungleichgewicht der Darmflora, eine sogenannte “Dysbiose”, festgestellt, kann sie gezielt behandelt werden. Diese Darmsanierung (oder “Symbioselenkung”) kann folgende Therapiebausteine enthalten:

  • Probiotika: “Gute” Darmbakterien werden, wenn sie fehlen, in Form von Tabletten oder Pulvern aufgefüllt.
  • Präbiotika: Bestimmte “gute” Darmbakterien können mit bestimmten Ballaststoffen angefüttert werden.
  • Phytotherapeutika: Pflanzliche Medikamente und Kräuter können ungünstige Fäulnisbakterien eindämmen.
  • Orthomolekulare Medizin: Bestimmte Vitalstoffe bzw. Aminosäuren bewirken eine Entzündungshemmung im Darm und einen Schutz der Darmschleimhaut.
  • Darmentgiftung über Heilerde, Huminsäure oder Kaffeekohle.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Unterseite Darmsanierung.

Weihrauch bzw Myrrhe sind wichtige Pflanzenmittel zur Regulation der Darmflora und der Darmschleimhautbarriere.