Faszientherapie (FDM) nach Typaldos

Schmerzen des Bindegewebes behandeln

Der Begriff “fascia” stammt aus dem Lateinischen und bedeutet “Band” oder “Bündel”. Mit Faszien ist ein System bindegewebiger Fasern gemeint, die Muskeln, Organe und Körperhöhlen umhüllen. Ihr wichtigste Funktion ist das Halten und Stützen der Gewebe. Faszien sind unser wichtigstes strukturgebendes Organ und damit maßgeblich für unser Erscheinungsbild verantwortlich. Faszien gehen von Knochen über Sehnen und Muskeln wieder in den Knochen über und durchziehen damit den gesamten Körper. Insofern wird klar, dass sie häufig Ursachen von Schmerzen sein können.

Lange Zeit wurde die Funktion des Bindegewebes unterschätzt. Erst in den letzten Jahren wurden Behandlungen der Faszien mehr und mehr in die Schmerztherapie integriert.

Inzwischen ist bekannt, dass die Faszien auch an der Kraftübertragung der Muskeln beteiligt sind, denn sie enthalten selbst eigene Muskelzellen. Zudem befinden sich dort unzählige Nervenendigungen, die für die Schmerzübertragung des Fasziengewebes verantwortlich sind.

Wichtig ist – v.a. bei unklaren Schmerzen – Faszien als mögliche Auslöser in die Diagnostik miteinzubeziehen.

Bereits die klassische Bindegewebsmassage der Krankengymnasten bezieht die Behandlung der Faszien mit ein. Die Osteopathie hat zur weiteren Verbreitung der Faszienbehandlung geführt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang das Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos als bedeutender Erklärungsansatz.

Die Faszientherapie nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM nach Stephen Typaldos) arbeitet anhand der Schmerzgestik des Patienten: Es wird genau beobachtet, wo und wie der Patient den Schmerz zeigt – aufgrund dieser Beobachtung werden die therapeutischen Griffe festgelegt.

Fasziendistorsionsmodell (FDM) nach Stephen Typaldos

In den 1990er Jahren entwickelte der amerikanische Arzt und Osteopath anhand seiner genauen Patientenbeobachtungen das Fasziendistorsionsmodell. Demnach entstehen Schmerzen durch 6 Typen von Verformungen (Distorsionen) des Bindegewebes. Neben der Anamnese und der Untersuchung des Patienten spielt die Schmerzgestik eine wichtige Rolle. Darin zeigt der Patient spontan seinen Schmerz – und dies gibt entscheidende Hinweise auf die zugrundeliegende Faszienverformung.

Die Behandlung erfolgt dann mit verschiedenen Faszientherapien – in der Regel handelt es sich um manuellen Techniken (“Behandlungen mit der Hand”) und Therapien mit Hilfsmitteln (z.B. Pömpel, Flossing, Faszienkamm oder Schröpfköpfe). Inzwischen gibt es auch Abwandlungen anderer Therapiemethoden wie Yoga mit speziellen positiven Wirkungen auf die Faszien.

In der Faszientherapie gibt es schmerzfreie und schmerzhafte Behandlungen, manchmal können auch blaue Flecken entstehen. Dafür bessern sich die Schmerzen oft bereits unter der ersten Behandlung. Zur weiteren Stabilisierung sind zusätzliche Behandlungen erforderlich.

Die Faszienbehandlung kann mit anderen Schmerztherapien wie Schröpfen, Akupunktur und Neuraltherapie kombiniert werden.

Ausgebildet in der Faszientherapie sind unsere Ärzte Dr. med. Gerrit Sütfels und Dr. med. Markus Zillgens.

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