Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen
Hashimoto & Co.ganzheitlich behandeln
Unsere Praxis ist spezialisiert auf die ganzheitlich-naturheilkundliche Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis. Im Fokus steht die Wiederherstellung der Vitalität und der Lebensqualität sowie die Eindämmung des Entzündungsprozesses in der Schilddrüse. Schulmedizinischer wie auch natürlicher Behandlungsschwerpunkt ist die Substitution des fehlenden Schilddrüsenhormones – auf bio-identische Weise. Zum Glück sind die herrkömmlichen Schilddrüsenmedikamente identisch mit den Hormonen in unserem Körper. Es ist jedoch wichtig, auf ein Gleichgewicht der beiden Schilddrüsenhormone T4 und T3 zu achten. In seltenen Fällen tritt der Erfolg erst durch die Gabe von Schweineschilddrüsenhormonen ein – einem unkonventionellen Heilversuch. Diese Präparate werden von Spezialapotheken hergestellt und enthalten neben den T3- und T4-Hormonen noch weitere Bestandteile der Schilddrüse.
Bei verbleibenden die Beschwerden trotz regelmäßiger Hormon-Einnahme ist das sogenannte “Fein-Tuning” der Schilddrüsenparameter wichtig. Dabei werden die Schilddrüsenwerte nicht nur in den Normalbereich, sondern in den individuellen “Optimalbereich” gebracht. Zudem können andere Vitalstoff- und Hormonmangelzustände aufgetreten sein, die ebenfalls behandelt werden müssen. Ein ganzheitlicher “Blick über den Tellerrand” wird erforderlich.
Wichtige Begleitfaktoren sind die Ernährung (u.a. Gluten als Entzündungsaktivator), die freien Radikalen, das Immunsystem und der Darm (ein Leaky Gut Syndrom = “löchriger Darm” kann ein Entzündungsgeschehen in der Schilddrüse bewirken), der Vitalstoffhaushalt (v.a. Eisen, Vitamin D und B12) und die Hormone der Nebenniere.

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… und auf unseren Youtube-VorträgenWie entsteht die Hashimoto-Erkrankung?
Ohne funktionstüchtiges Immunsystem ist Gesundheit nicht denkbar, hilft es doch zuverlässig bei der Abwehr gefährlicher Krankheitserreger. Durch die Immunreaktion werden in der Regel körpereigene Strukturen nicht beeinträchtigt, jedoch gibt es Erkrankungen, die durch eine fehlgeleitete Immunantwort hervorgerufen werden.
Die häufigste Autoimmunerkrankung des Menschen ist die Autoimmunthyreoiditis Typ Hashimoto der Schilddrüse mit einer Häufigkeit von 10 % bis 15 %. Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt mit dem Lebensalter zu. Frauen sind etwa 4- bis 10-mal häufiger betroffen als Männer. Die Ursache ist unklar, neben genetischen Faktoren werden exogen Auslöser (psychosozialer Stress, Virusinfekte, Jod in hohen Dosen) und Modulatoren (Nikotingenuss) angenommen. Auch Ernährungsfaktoren, die Entgiftungsfähigkeit der Schilddrüse und eine Störung der Darmbarriere (“Leaky Gut”) werden als Auslöser diskutiert.
Die Erkrankung hat bei vielen Betroffenen keine Auswirkung auf die Schilddrüsenfunktion, bei 30 % der Erkrankten führt sie jedoch zu einer verminderten Hormonbildung (Unterfunktion) der Schilddrüse. Die Beschwerden hierbei sind variabel: Sie reichen von einer Beschwerdefreiheit bis zu ausgeprägten Erscheinungen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Leistungsminderung, Kälteintoleranz, Gewichtszunahme bei geringem Appetit, Haarausfall, Verstopfung und depressive Verstimmungszustände. Selten können im Beginn der Erkrankung Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion bestehen. Der Hormonmangel kann bei jungen Frauen zu Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten oder Entwicklungsstörungen des Kindes in der Schwangerschaft führen und sollte daher frühzeitig erkannt werden.

Sonografie (Ultraschall) der Schilddrüse – Dabei kann man erkennen, ob die Größe verändert ist, eine Schilddrüsenentzündung oder Knoten vorhanden sind. Die Sonografie ist strahlungsfrei und schmerzlos. Wir verwenden ausschließlich hochauflösende Ultraschallgeräte und haben die Möglichkeit der Elastografie. Das ist eine Elastizitätsmessung, mit der man besser zwischen gut- und bösartigen Knoten sowie zwischen entzündlichen und nicht-entzündlichen Schilddrüsenerkrankungen unterscheiden kann.
Wie wird Hashimoto diagnostiziert und behandelt?
Die Diagnose erfolgt durch eine sonografische Untersuchung der Schilddrüse (Ultraschall) sowie durch Labordiagnostik (freie Schilddrüsenhormone, TSH und TPO-Antikörper). Gelegentlich sind neben der Schilddrüse noch anderer Organe von einer Autoimmunerkrankung betroffen, was durch weitere Laboruntersuchungen ausgeschlossen werden kann. Die Funktionsschwäche der Schilddrüse wird durch eine gezielte Einnahme von Schilddrüsenhormon ausgeglichen. Zudem kann damit und mit Selen die Entzündung der Schilddrüse reduziert werden.
Bei anhaltenden Beschwerden ist ein ganzheitlicher Gesundheits-Check inklusive weiterer Hormondiagnostik und Vitalstoffmessung erforderlich, um weiteren Ursachen für die Beschwerden zu finden. Hier kommen Mineralstoffmängel, erhöhte freien Radikalen (“oxidativer Stress”), Störungen der Neurostresshormone (funktionelle Nebennierenschwäche = Adrenal Fatigue Syndrome) und der Geschlechtshormone (Natürliche Hormontherapie), eine Optimierung und Regulierung der Immunfunktion sowie die Behandlung einer Funktionsstörung des Darmes (Leaky Gut Syndrom und Darmflorastörung) in Betracht.
Wir arbeiten in der Praxis ähnlich dem Konzept, das Izabella Wentz in ihrem Buch “Hashimoto im Griff” vorstellt.

Unsere Ärzte Dr. med. Markus Zillgens, Antonia Zengerle und Dr. med. Gerrit Sütfels behandeln Sie gerne nach einem ganzheitlichen Konzept bei Hashimoto-Erkrankung.
Syndrom T – wenn die Schilddrüsenwerte normal sind, aber Beschwerden bleiben
Einige Patientinnen und Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion kennen diese Situation: Sie nehmen regelmäßig L-Thyroxin ein, der TSH-Wert liegt im Normbereich und auch die freien Schilddrüsenhormone erscheinen laborchemisch unauffällig – trotzdem fühlen sie sich nicht wirklich gesund.
Müdigkeit, Erschöpfung, Brain Fog, Konzentrationsprobleme, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Stimmungsschwankungen oder diffuse Muskel- und Gelenkbeschwerden können weiterhin bestehen.
Für dieses Phänomen wird zunehmend der Begriff „Syndrom T“ verwendet. Gemeint sind anhaltende Beschwerden und eine eingeschränkte Lebensqualität bei einer behandelten Schilddrüsenunterfunktion, obwohl laborchemisch eine ausreichende Einstellung bzw. Euthyreose vorliegt. International wird in diesem Zusammenhang auch von „residual symptoms of hypothyroidism“ gesprochen.
Ein normales TSH bedeutet nicht immer Beschwerdefreiheit.
L-Thyroxin (T4) ist die Standardtherapie der Schilddrüsenunterfunktion und führt bei der großen Mehrheit der Betroffenen zu einer deutlichen Besserung. Ein Teil der Patientinnen und Patienten berichtet jedoch weiterhin über Beschwerden, obwohl der TSH-Wert normalisiert ist.
Warum dies geschieht, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich handelt es sich nicht um eine einzige Ursache, sondern um ein multifaktorielles Geschehen.
Diskutiert werden unter anderem individuelle Unterschiede im Hypophysen-Schilddrüsen-Regelkreis, Unterschiede bei der Umwandlung von T4 in das biologisch aktivere T3 und eine möglicherweise nicht bei allen Patienten vollständig wiederhergestellte Schilddrüsenhormonwirkung in den verschiedenen Geweben.
Auch genetische Varianten bestimmter Dejodinasen und Schilddrüsenhormontransporter werden wissenschaftlich untersucht. Sie könnten mitbestimmen, wie Schilddrüsenhormone in einzelnen Geweben zur Verfügung gestellt und verarbeitet werden.
TSH, fT4 und fT3 – der individuelle Schilddrüsenstoffwechsel
Der TSH-Wert ist für die Diagnostik und Therapiekontrolle von Schilddrüsenerkrankungen von zentraler Bedeutung. Er bildet jedoch nur einen Teil des komplexen Schilddrüsen-Regelkreises ab.
Menschen unterscheiden sich hinsichtlich ihres individuellen Gleichgewichts zwischen TSH, fT4 und fT3. Deshalb kann es bei fortbestehenden Beschwerden sinnvoll sein, nicht ausschließlich einen einzelnen TSH-Wert zu betrachten, sondern die gesamte klinische Situation und – je nach Fragestellung – auch die freien Schilddrüsenhormone einzubeziehen. Auch reverses T3 – ein hemmendes Schilddrüsenhormon-Abbauprodukt – kann ein wichtiger Messwert sein.
Dabei geht es nicht darum, Laborwerte grundsätzlich möglichst hoch oder niedrig einzustellen. Vielmehr muss individuell geprüft werden, ob die Schilddrüsentherapie zur klinischen Situation passt und ob andere Ursachen für die Beschwerden vorliegen.
Welche Beschwerden können beim Syndrom T auftreten?
Das Beschwerdebild ist vielfältig. Häufig beschrieben werden unter anderem:
- ausgeprägte Müdigkeit und Fatigue
- verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, „Brain Fog“, bis hin zur Hashimoto-Enzephalopathie
- Kälte- oder teilweise auch Wärmeintoleranz
- Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten bei der Gewichtsregulation
- depressive Verstimmung, Ängstlichkeit und Stimmungsschwankungen
- Herzklopfen oder Herzrasen
- diffuse Muskel- und Gelenkbeschwerden
- gastrointestinale Beschwerden
- insgesamt verminderte Lebensqualität
Diese Symptome sind jedoch nicht spezifisch für eine Schilddrüsenerkrankung. Genau deshalb ist eine weiterführende Diagnostik wichtig.





